Weltgebetstag der Frauen am 6. März in Kirchenlamitz

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Die diesjährige Gebetsandacht fand in der katholischen Pfarrkirche Sankt Michael statt. Unter dem Motto „Kommt, bringt Euere Last“ haben Frauen aus Nigeria die Gottesdienstordnung erstellt.

Nach der Begrüßung brachte Christine Christl zunächst den Besuchern das Land Nigeria mit Hilfe von farbenfrohen Fotosnahe. Dieses Land in Westafrika ist mehr als doppelt so groß wie Deutschland. 230 Millionen Menschen leben dort. Sie gehören den verschiedensten Ethnien an, darunter Yoruba, Igbo und Hausa.
Die großen Ölvorkommen sind Segen und Fluch zugleich. Einerseits nimmt das Land dadurch viel Geld ein – das natürlich nur wenigen Glücklichen zugutekommt. Andererseits richtet die Ölförderung - z.B. im Nigerdelta - große Zerstörung an. Das Leben in der ehemaligen Hauptstadt Lagos und der zwischen dem muslimischen Norden und dem christlichen Süden neu gegründeten aktuellen Hauptstadt Abuja hat gewisse Annehmlichkeiten. Besonders schwer aber hat es die Landbevölkerung. Die Frauen leisten rund 60 - 80% der landwirtschaftlichen Arbeit und produzieren zwei Drittel der Nahrungsmittel im Land. Angebaut werden Maniok, Yams, Kochbananen, Bohnen, Ananas und Erdnüsse.
Die Frauen legen weite Strecken mit großen Lasten auf dem Kopf zurück. Sie müssen Wasser und Holz herbeischaffen. Dabei werden sie nicht selten von Mitgliedern der Terrorgruppe Boko Haram traktiert. Diese Terroristen entführen häufig auch Mädchen aus Schulen, um sie jahrelang zu versklaven.Kommen die Ehemänner in irgendwelchen Konflikten um, werden die Ehefrauen aus der Familie geworfen und sind mit den Kindern auf sich gestellt.
Die christlichen Gemeinschaften bringen an vielen Orten große Transparente an mit aufmunternden Sprüchen wie z.B. THE LORD IS GOOD. Neben der Landwirtschaft verdienen die Frauen auch etwas Geld mit Handarbeiten wie z.B. gebatikten Stoffen.
Drei Frauen kommen im Gottesdienst zu Wort. Beatrice wurde mit 28 Jahren Witwe. Die Familie ihres Mannes half ihr nicht, im Gegenteil, sie nahmen ihr das Wenige, das ihr Mann hinterlassen hatte, weg. Aber sie durfte die überwältigende Hilfe anderer Witwen erfahren, die für sie sammelten und sie unterstützten. Diesem Vorbild folgte sie dann auch, als sie wieder bessergestellt war.
Die Gemeinschaft und der Glaube, dass man die Lasten auf Jesus legen kann, helfen den Frauen sehr.
Jato lebt als christliche Mutter im muslimischen Norden. Sie hat Angst, dass ihre Tochter Amina auf dem Weg zur Schule von Boko Haram entführt werden könnte, so wie es mit einem anderen Mädchen passiert ist. Sie betet aber auch um die Fähigkeit, alle Mitmenschen zu lieben, auch wenn sie einen anderen Glauben haben. Blessing lebt in Lagos und sieht, dass die Regierung sich nicht um die Menschen kümmert. Viele junge Menschen sind arbeitslos und werden kriminell, Mädchen landen in der Prostitution.
Blessings Nachbarin Grace, die Job und Ehemann verlor, macht ihr Mut, denn sie gründete ein kleines Unternehmen, wo sie Seife herstellen.

Barbara Benker hatte mit dem Gospelchor die wunderbar tröstlichen Lieder mit eingängigen Melodien und aufmunterndem Rhythmus einstudiert. So konnte die Gemeinde leicht einstimmen, und trotz der bedrückenden Wirklichkeit, die geschildert wurde, blieb die Stimmung hoffnungsvoll.
Die Gastgeberinnen der katholischen Gemeinde hatten sich ein originelles Andenken zum Mitgeben ausgedacht: einen Schiefer, der die schweren Lasten verkörpert, die die Frauen in Nigeria schleppen.
Im Anschluss an den Gottesdienst luden sie in das Pfarrheim ein, wo wir bei Tee kleine Gebäckteilchen und leckere Aufstriche verspeisen konnten und dazu noch einen köstlichen Nachtisch.
In den Gesprächen wurde uns bewusst, wie gut wir es doch haben:
THE LORD IS GOOD!
Die Kollekte ergab insgesamt 237,30€ Damit wird ein Projekt gefördert, das Werkzeuge, Saatgut und Dünger für die nigerianischen Frauen zur Verfügung stellt und Schulungen anbietet. Es trägt dazu bei, Armut zu verringern, die Ernährungssicherheit zu verbessern – und die Gesundheit sowie die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen nachhaltig zu stärken.

Fotos: Susanne Kraus